Wohnung sanieren: So halten Vermieter die Kosten niedrig

Wohnung sanieren: So halten Vermieter die Kosten niedrig

Vermieter, die ihre Immobilie zu einem einträglichen Preis an den Mieter bringen wollen, sollten darauf achten, dass sich die Wohnung in einem guten Zustand befindet. Aber nicht immer sind auch die nötigen finanziellen Mittel für eine Generalsanierung da. Dann heißt es: erfinderisch werden. Mit diesen Tipps können Vermieter ihre Wohnung sanieren und die Kosten im Rahmen halten.

Vermieter stehen bei einem Mieterwechsel oft vor der Frage, ob sie eine betagte Wohnung komplett sanieren wollen – denn wenn eine Immobilie in einem guten Zustand ist, kann sie auch zu einem höheren Mietpreis vermietet werden. Eine Generalsanierung ist allerdings oft sehr teuer: Wenn eine Wohnung von Grund auf erneuert wird, kann dies schnell 1.000 Euro pro Quadratmeter und mehr kosten. Weil das das Budget vieler Vermieter übersteigt, müssen sie sich teilweise aber mit einer kleineren Teilsanierung oder einer optischen Renovierung begnügen.

Dabei gilt: Es ist wirtschaftlich sinnvoll, die größtmögliche Verbesserung mit dem geringstmöglichen Aufwand zu erreichen. So manches lässt sich mit wenig Kosten deutlich aufwerten, anderes sollten Vermieter gleich richtig angehen.

Wohnung sanieren: Alternativen zur Komplettsanierung

Mit diesen sieben Tipps können Immobilieneigentümer ihre Wohnung sanieren und dabei die Kosten geringhalten.

Heizung erneuern

Vor allem in Altbauten gibt es auch heute noch viele Wohnungen mit Nachtspeicheröfen. Werden diese ausgewechselt ist eine bezahlbare Alternative, die noch dazu keine neuen Anschlüsse braucht, eine Naturstein- oder Infrarot-Heizung. Dabei wird eine Heizspirale oder ein Infrarotstrahler hinter einem Stein, hinter Spiegeln oder Wandbildern versteckt. Wohnungseigentümer profitieren vor allem von den niedrigen Anschaffungskosten – die Kosten im laufenden Betrieb sind aber verhältnismäßig hoch.

Elektrik ergänzen

Manchmal ist die Elektrik in Altbauten zwar noch nicht marode, aber unterdimensioniert. In solchen Fällen kann es ausreichend sein, sie lediglich zu ergänzen oder zu erweitern. Um einen Elektriker führt in diesem Fall allerdings trotzdem kein Weg vorbei. Geld sparen lässt sich, wenn Leitungen neu verlegt werden müssen. Denn die dafür notwendigen Schlitze in der Wand können geübte Heimwerker selbst schlagen und auch später wieder verspachteln. Die eigentliche Installation ist aber Sache des Elektrikers.

Bodenbeläge, Maler- und Lackierarbeiten

Heute finden die meisten Mieter Holzböden deutlich schicker als Teppichböden. Echtes Parkett ist aber ziemlich teuer, als Alternative bietet sich Laminat an. Klick-Laminat lässt sich auch von weniger geübten Heimwerkern schnell verlegen, so dass sich die Investition in Grenzen hält. Ebenfalls für Selbermacher geeignet sind alle Maler- und Lackierarbeiten. Neue Böden und frische Farben lassen eine Wohnung, die zuvor abgenutzt wirkte, in einem ganz neuen Licht erstrahlen – so wirkt sie für den Mieter deutlich attraktiver.

Schönheitsreparaturen mit großer Wirkung

Es müssen aber nicht immer gleich Sanierungsmaßnahmen sein. Auch mit ein paar Schönheitsreparaturen lässt sich eine Wohnung optisch deutlich aufwerten.

Fenster auffrischen

Nicht jeder alte Fenstertypus muss ausgetauscht werden. Ist das Holz gesund, kann sich eine Restaurierung lohnen. Besonders sorgfältig sollten dabei die Außenflächen bearbeitet werden, da Fehler oder Risse im Lack dazu führen, dass Feuchtigkeit eindringen kann. Die für Witterungseinflüsse besonders anfälligen Wetterschenkel sollten gegebenenfalls von einem Schreiner erneuert werden. Hinsichtlich der Wärmedämmung sind vor allem die alten Kastenfenster besser als ihr Ruf – auch wenn sie nicht dem aktuellen Standard entsprechen. Die Dämmwirkung basiert auf dem Zwischenraum zwischen den beiden Fensterflügeln. So bildet sich ein Luftpolster, das gut dämmt.

Fugen erneuern

Gerade in Badezimmern werden Fliesenfugen im Laufe der Zeit unansehnlich und erhalten einen Grauschleier. Bei Zementfugen reicht es häufig schon, sie mit Essigreiniger, Alkohol oder Waschbenzin gründlich zu säubern. Silikonfugen lassen sich leicht mit einem Teppichmesser entfernen und mit einer Silikonkartusche neu einbringen. Eine Alternative ist Fugen-Auffrischer. Dieser kann einfach über eine abgenutzte, gereinigte Fuge gestrichen werden. Das Ergebnis sieht dann fast aus wie eine neue Fuge.

Fliesenlack

Alte Fliesen lassen ein Badezimmer, das ansonsten noch gut in Schuss ist, häufig wirken, wie aus der Zeit gefallen. Abhilfe schafft Fliesenlack. Zuerst die Fliesen reinigen und Fliesen und Fugen mit einem Farbroller bestreichen. Je nach Produkt ist nach einer Trocknungszeit ein zweiter Anstrich nötig – einfach auf die Anweisungen auf der Verpackung achten. Fliesenlack gibt es in der 750-ml-Dose schon für unter zehn Euro.

Sanierte Wohnung richtig in Szene setzen

Auch wenn in der Wohnung schon alle finanziell möglichen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden, können Vermieter noch einiges tun, um ihre Immobilie besser in Szene zu setzen. Sauber, aufgeräumt und gut in Schuss sollte sie sein. Eventuell können sogar einige passende Möbel und Deko-Objekte dazu dienen, eine wohnliche Atmosphäre herzustellen. Zudem sollten Interessenten schon im Exposé einen guten Eindruck von der Immobilie bekommen – dabei helfen schöne, helle Fotos, die die Immobilie idealerweise von außen und von innen zeigen.

Wohnung sanieren: Kosten kalkulieren

Bevor es an die Sanierung einer Mietwohnung geht, lohnt sich ein Blick in den Mietspiegel. Häufig können schon kleinere Veränderungen helfen, damit sich die Ausstattungskategorie einer Wohnung ändert und sich die ortsübliche Vergleichsmiete laut Mietspiegel erhöht – etwa ein zweites Waschbecken im Badezimmer. An ebendieser Vergleichsmiete wiederum orientiert sich die zulässige Miethöhe in Gegenden, in denen die Mietpreisbremse gilt. Die Mietspiegel unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde und können auch von diesen bezogen werden.

Insgesamt gilt: Nicht jede Sanierungsmaßnahme lohnt sich für Vermieter in finanzieller Hinsicht. Wer vor umfassenden Arbeiten Kosten und Nutzen sorgfältig abwägt, kann aber auch von kleinen Arbeiten profitieren.

Quelle: Newsletter Immowelt



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