Werbungskosten auch bei langjährigem Leerstand einer Wohnung?

Der Abzug von Aufwendungen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten setzt voraus, dass diese im Zusammenhang mit einer Einkunftserzielungsabsicht stehen. Ein Problem ergibt sich dann, wenn eine Wohnung z. B. nach vorheriger Vermietung über einen längeren Zeitraum leer steht. Fraglich ist, ob die in dieser Zeit anfallenden Aufwendungen abzugsfähig sind, obwohl keine Einnahmen erzielt werden. Voraussetzung für den Abzug von Werbungskosten ist, dass die Absicht besteht, langfristig Einkünfte zu erzielen. Diese Frage stellt sich insbesondere dann, wenn auch ein Verkauf der Immobilie denkbar wäre oder private Gründe den Schluss zulassen, dass eine Vermietung von Räumen tatsächlich gar nicht gewollt ist, weil z. B. die übrigen Räume eines Hauses selbst genutzt werden und eine Vermietung von Teilen des Hauses eine Beeinträchtigung der eigenen Nutzungsmöglichkeiten bedeuten würde. Da eine Absicht grundsätzlich nicht nachweisbar ist, kommt es für die steuerliche Anerkennung darauf an, ob die äußeren Umstände darauf hindeuten, dass eine Absicht zur Vermietung besteht.

In f o r m a t i o n s b r

Bei längerem Leerstand einer Wohnung wird die Finanzverwaltung daher ggf. Indizien für die Vermietungsabsicht fordern. Dies können entsprechende Kleinanzeigen oder ein Maklerauftrag sein. Aber selbst das ist eventuell nicht ausreichend. So weist der Bundesfinanzhof (Urteil vom 11. Dezember 2012 IX R 14/12) darauf hin, dass bei längeren erfolglosen Vermietungsversuchen ggf. auch Abstriche bei der Miethöhe oder bei den Anforderungen an die Person des Mieters erwartet werden. Die Vermietungsabsicht kann ebenfalls verneint werden, wenn eine Vermietung wegen fehlender Marktgängigkeit der Immobilie oder struktureller Vermietungshindernisse nicht mehr zu erwarten ist.

Quelle_ Informationsbrief April 2013 Steuerberater

 

 

 



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